Stadtlexikon Darmstadt

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Lotz, Johannes Baptist SJ

Kath. Theologe, Philosoph
* 02.08.1903 Darmstadt
† 03.06.1992 München
Johannes Baptist Lotz entstammte der bekannten Darmstädter Schuhmacher- und Schuhhändlerfamilie Lotz, in der er zusammen mit fünf Brüdern und zwei Schwestern aufwuchs. Nach seinem Abitur am Realgymnasium trat er 1921 in den Jesuitenorden ein und studierte zunächst Philosophie in Valkenburg (Holland). Nach seiner Tätigkeit als Repetitor am Germanicum in Rom 1926 bis 1929 studierte er bis 1933 Theologie in Innsbruck. 1932 zum Priester geweiht, feierte er seine Heimatprimiz in St. Ludwig. Weiterführende philosophische Studien in Freiburg/Breisgau (u. a. bei Martin Heidegger) beschloss er 1936 mit dem Doktorat. Von 1936 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1973 lehrte er Philosophie und Philosophiegeschichte an der Philosophischen Hochschule in Pullach bzw. München sowie 1952 bis 1985 an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Lotz brachte die scholastische Philosophie mit dem Denken der Moderne ins Gespräch; er wurde zum Wegbereiter Kant’schen Denkens (ab 1955) und der Heidegger-Rezeption im deutschen Katholizismus. Im Laufe der Zeit entwickelte er sich zu einem Lehrer der Meditation in Theorie und Praxis. Durch Kontakt zu Karlfried Graf von Dürckheim und P. Hugo Lassalle kam Lotz auch mit asiatischen Meditationserfahrungen in Berührung und ließ sie in seine Arbeit einfließen. Sein umfangreiches Schrifttum erstreckt sich auf die Gebiete der Philosophie, Anthropologie, Spiritualität und Ästhetik. Die Stadt DA hatte ihm 1974 die Johann-Heinrich-Merck-Ehrung zuerkannt.

Lit.: Haeffner, Gerd: Johannes B. Lotz. In: Religion in Geschichte und Gegenwart Bd. 5, 4. Aufl. Tübingen 2002, Sp. 523f.