Stadtlexikon Darmstadt

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Gichtmauer
An der Gichtmauer, um 1930, Foto: Stadtarchiv Darmstadt

Landgräfin Sophie Eleonore ließ den Wildpark Kranichstein bald nach dem Tod ihres Gatten Ludwigs VI. durch eine Mauer aus Bruchsteinen schützen und versperrte den Darmstädtern damit den Weg zu den von ihnen genutzten Waldweiden. Große Teile der Mauer verfielen mit der Zeit oder wurden abgerissen. Den westlichen Teil verwendete Landgraf Ludwig VIII. jedoch zu Beginn des 18. Jahrhunderts zur Anlage der Fasanerie. Diesem Zweck dient die Mauer noch heute. Sie trennt die Fasanerie vom später errichteten Komponistenviertel. Die Darmstädter nennen die Mauer „Gichtmauer“, da die von der Sonne beschienene Wand angenehm den Rücken wärmt und damit Gicht- oder Rheumaleiden zu lindern hilft.

Lit.: Andres, Wilhelm: Aus Darmstadts Waldvergangenheit. Mit einem Ausblick von Arnulf Rosenstock, Darmstadt 1988, S. 52f., 62f.