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Gero-Codex
Gero-Codex, Handschrift 1948 der ULB, Bl. 6v, Foto: Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt

Handschrift 1948 der Universitäts- und Landesbibliothek (Evangelistar, Reichenau für Köln, um 970, Pergament, 176 Bl.) Die Handschrift war im Besitz des Klosters Wedinghausen, Westfalen, von wo sie nach der Säkularisation 1803 nach DA kam. Widmungsträger ist der Kölner Erzbischof Gero (969-976), der in der Handschrift erwähnt und auf einem Widmungsbild dargestellt ist. Der Bilderschmuck umfasst die Vollbilder der vier Evangelisten, zwei Widmungsbilder, eine Maiestas Domini, darüber hinaus zahlreiche Schmuckseiten und prächtige Initialen. Der Schreiber Anno ist für das Reichenauer Skriptorium nachweisbar, das im frühen Mittelalter ein bedeutendes Zentrum der Buchmalerei war. Der Gero-Codex repräsentiert die älteste Gruppe dieser Malerschule, die für die Wiederbelebung prunkvoller liturgischer Handschriften nach der Karolinger-Zeit verantwortlich war. Im Jahr 2003 wurde er wegen der außerordentlichen Qualität seines Bilderschmucks zusammen mit sieben anderen Reichenauer Codices ins Weltgedächtnis-Programm (Memory of the world) der UNESCO aufgenommen.

Lit.: Eizenhöfer, Leo / Knaus, Hermann: Die liturgischen Handschriften der Hessischen Landes- und Hochschulbibliothek, Wiesbaden 1968, S. 107-112; Gosmann, Michael / Kleine, Peter Michael / Ueberholz, Kathrin (Hrsg.): Der Gero-Codex kehrt zurück. Das gemalte Buch von Wedinghausen. Arnsberg 2010.