Stadtlexikon Darmstadt

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Felsing, Johann Heinrich
Stadtarchiv Darmstadt

Kupferstecher und -drucker
* 18.09.1800 Darmstadt
† 29.03.1875 Darmstadt
Nach Unterricht im Kupferstechen und -drucken bei seinem Vater Conrad Felsing und Zeichenstunden bei Georg Moller ließen Johann Heinrich Felsing Zweifel an seiner künstlerischen Begabung sich für eine Ausbildung in der Pariser Kupferdruckerei Chardon entscheiden. 1821 kehrte er aus Paris zurück und übernahm den väterlichen Betrieb, den er bis 1870 führte. Felsings intensives Interesse galt der Vervollkommnung der Druck-Erzeugnisse, wozu er eine intensive Korrespondenz mit Justus Liebig über Druckfarben führte, Papierstudien betrieb und sich früh mit der Galvanotechnik auseinander setzte. Aufgrund seiner hervorragenden Druckresultate entwickelten sich rasch erfolgreiche Geschäftsverbindungen zu renommierten Kunsthandlungen im In- und Ausland. Die Druckerei erlebte zwischen 1835 und 1848 eine erste Blütephase. Das traditionelle Auftragsbild der Druckerei für Reproduktionsgrafik erweiterte sich durch den Druck von Originalgrafik. Zahlreiche Künstler sowie fast alle großen Kunstvereine Deutschlands gehörten zu seinen Auftraggebern. Felsing engagierte sich in der aufkommenden Turnerbewegung, für die er die heute noch bekannte Turnfahne mit den vier „F“ entwarf. Seine freundschaftlichen Verbindungen zu dem Begründer der Turnerbewegung Friedrich Ludwig Jahn und seine Bemühungen zur Gründung von Turnvereinen – u. a. war er Mitgründer der TSG Darmstadt 1846 – brachten Felsing den Beinamen „Hessischer Turnvater“ ein (s. a. Sport in DA).

Lit.: Allgemeines Künstlerlexikon, Bd. 38, S. 122f.; Franke, Willibald: 100 Jahre im Dienst der Kunst. Erinnerungsgabe der Firma O. Felsing, Berlin 1897; Darmstädter Ehrengräber, Darmstadt 2016 (Darmstädter Schriften 105), S. 58-61.