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Alexander Prinz von Hessen und bei Rhein
Foto: Stadtarchiv Darmstadt

* 15.07.1823 Darmstadt
† 15.12.1888 Darmstadt
Der jüngste Bruder Großherzog Ludwigs III. ging 1840 mit seiner Schwester Marie (1824-1880), die den späteren Zaren Alexander II. heiratete, nach St. Petersburg, wurde russischer Offizier und bewährte sich als Kavallerie-General im Kaukasus-Feldzug 1845. Die Flucht mit Maries Hofdame Julie Haucke, Tochter des im polnischen Aufstand 1830 umgekommenen Kriegsministers Graf Moritz Haucke, die nach der Heirat hessische Gräfin, später Fürstin von Battenberg wurde, führte zum Übertritt in österreichische Dienste, wo Alexander nach Kommandos in Graz und Verona 1859 im Krieg gegen Savoyen und Frankreich zum Feldmarschallleutnant avancierte. 1862 kehrte er mit der rasch gewachsenen Familie nach Hessen zurück. Man lebte teils im umgebauten ehemals Moldenhauer’schen Haus am Luisenplatz, dem nunmehrigen „Prinz-Alexander-Palais“ (Palais), teils auf dem von Großherzogin Wilhelmine geerbten Landsitz Heiligenberg. Im Krieg 1866 kommandierte Alexander das südwestdeutsche Achte Bundeskorps. Erfolgreicher war er als Intendant des Hoftheaters beim Wiederaufbau des 1871 abgebrannten Moller-Theaters, obwohl er die zunächst favorisieren Pläne Gottfried Sempers nicht durchsetzen konnte.

Die Battenberg-Söhne machten, nicht nur durch ihre Heiraten, international Karriere. Alexander von Battenberg (1857-1893), 1879 vom kaiserlichen Onkel Alexander II. zum Fürsten von Bulgarien berufen, musste allerdings 1886 abdanken, womit auch die Verlobung mit der Preußen-Prinzessin Viktoria gelöst wurde; „Sandro“ heiratete 1889 die zur Gräfin Hartenau erhobene Darmstädter Opernsängerin Johanna Loisinger und starb als österreichischer General in Graz. Der älteste Sohn Ludwig begründete die englische Linie „Mountbatten“ (Battenberg, Ludwig Prinz von).

Lit.: Neue Deutsche Biographie. Hrsg. von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Bd. 1, S. 192f.; Conte Corti, Egon Caesar: Unter Zaren und gekrönten Frauen, Salzburg/Leipzig 1936; Rosenwald, Walter: Prinz Alexander von Hessen als militärischer Führer im Öst.-Preuß. Krieg von 1866. In: Archiv für Hessische Geschichte und Altertumskunde, NF 42, 1984, S. 201-227; Haus Hessen. Biografisches Lexikon, hrsg. von Eckhart G. Franz (Arbeiten der Hessischen Historischen Kommission, NF 34), Darmstadt 2012, HD 75, S. 352f.