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David, Eduard

Politiker, Publizist
* 11.06.1863 Ediger/Mosel
† 24.12.1930 Berlin
Der Beamtensohn aus der preußischen Rheinprovinz fand schon als kaufmännischer Lehrling in Berlin Anschluss an die Sozialdemokratie. Seit 1890 stud. phil. in Gießen, gründete er hier 1893 eine „Mitteldeutsche Sonntagszeitung“ und wurde deshalb im Folgejahr aus dem hessischen Schuldienst entlassen. Als Redakteur der „Mainzer Volkszeitung“ wurde er 1896 in den Darmstädter Landtag gewählt. Im selben Jahr erschien seine Neuausgabe von Georg Büchners „Hessischem Landboten“. In der SPD profilierte sich David als Vertreter einer bauernfreundlichen Agrarpolitik; aus einer Artikelserie im „Sozialdemokrat“ erwuchs sein erstmals 1903 erschienenes Buch „Sozialismus und Landwirtschaft“. Im gleichen Jahr kam er für den Wahlkreis Mainz in den Reichstag. Seine Schriften „Sozialismus und Vaterlandsverteidigung“ und „Die Sozialdemokratie im Weltkrieg“ hatten maßgeblichen Einfluss auf die Kriegspolitik seiner Partei. Am Vorabend der Revolution noch am 03.10.1918 zum Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt berufen, wurde David am 07.02.1919 zum ersten Präsidenten der Weimarer Nationalversammlung gewählt, musste das Amt aber aufgrund von Koalitionsabreden schon nach wenigen Tagen wieder aufgeben. Er wurde Reichsminister ohne Geschäftsbereich, im Sommer 1919 auch für einige Monate Innenminister und übernahm im Oktober 1921 die Stelle des Reichsbevollmächtigten bei der Regierung des nunmehrigen Volksstaats Hessen, mit der er beratend zusammenarbeitete. Seine inhaltsreichen Berichte enden mit der Einsparung der Stelle Anfang 1927. Ab 1923 war David zugleich Lehrbeauftragter für Politik an der TH Darmstadt (TU Darmstadt). Er blieb Mitglied des Reichstags, lebte aber in den verbleibenden Ruhestandsjahren wieder in Berlin.

Lit.: Neue Deutsche Biographie. Hrsg. von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Bd. 3, S. 535; Kahlenberg, Friedrich P.: Die Berichte Eduard Davids als Reichsvertreter in Hessen 1921-1927 (Geschichtliche Landeskunde 6), Wiesbaden 1970.