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Burda GmbH, Druck- und Verlagshaus

Der 1903 geborene Franz Burda übernahm 1929 die väterliche Kleindruckerei in Offenburg. 1935 wurde bereits mit 100 Mitarbeitern auf Tiefdruck umgestellt und während des Kriegs ein neues Verfahren für mehrfarbigen Tiefdruck von Luftbildplänen entwickelt. Mit der Herstellung von Schulbüchern und Briefmarken begann 1945 in Offenburg der Aufstieg zu einem der größten Druckereiunternehmen Deutschlands. 1960 übernahm Burda die Großdruckerei G.C. Klebe in der Darmstädter Schöfferstraße 8 als zweiten Standort, wo der Verpackungsdruck des Unternehmens konzentriert wurde. Mitte der 1960er Jahre stellte Burda auf Tiefdruckrotation um, bekannteste Erzeugnisse waren die Zeitschriften „Freundin“ und „Das Beste“ sowie der Neckermann-Katalog. 1966 wurde der erste Neubau der Burda GmbH an der Hilpertstraße auf einem 90.000 qm großen Gelände errichtet, wo bis 1978 die erste Hochgeschwindigkeitsrotation installiert wurde. Mit der Zusammenlegung beider Standorte in der Hilpertstraße 24 war man gegen Ende 1985 fertig, gleichzeitig wurde eine zweite Tiefdruckrotation für 90 Millionen DM in Betrieb genommen. Als Burda 1960 in DA begann, erarbeitete das Unternehmen mit 180 Mitarbeitern 5 Millionen DM Umsatz, 1980 wurde mit annähernd 1.000 Beschäftigten ein Umsatz von 130 Millionen erwirtschaftet. Auf Grund des Preisverfalls auf dem deutschen Tiefdruckmarkt und neuer Kapazitäten in Osteuropa kam es ab 1992 zu einem schrittweisen Stellenabbau. Ende 1996 wurde der Darmstädter Betrieb geschlossen und die Produktion ins französische Elsass verlagert. Die zuletzt 609 Mitarbeiter wurden nach erheblichen Protesten und erfolglosen Bemühungen seitens des Magistrats über einen Sozialplan entlassen. 1997 und 1998 hatte der Bertelsmann-Konzern mit 100 ehemaligen Burda-Mitarbeitern den Betrieb zweimal reaktiviert, um Auftragsspitzen abzudecken. Seit 2003 hat die Alpha Print Medien AG, an der Einzelgewerkschaften beteiligt sind, das Areal der Burda GmbH angemietet und zwei Betriebe, die Frankfurter Union-Druckerei und die Heidelberger Vereinigten Offsetdruckereien, hier zusammengelegt. Rund 200 Arbeitsplätze wurden nach DA verlagert. 2007 ging die Alpha Print Medien AG in der apm-Unternehmensgruppe auf.