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Promies, Wolfgang

Literaturwissenschaftler, Autor, Lektor
* 04.01.1935 Magdeburg
† 25.01.2002 Darmstadt
Sein Studium der Germanistik, Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft in Göttingen und Tübingen schloss Wolfgang Promies 1961 mit der Promotion ab. 1966 wurde er von Hans Werner Richter nach Princeton eingeladen, um vor der „Gruppe 47“ Gedichte und Auszüge aus einem Roman vorzulesen. Danach arbeitete Promies als Lektor und Übersetzer für französische, spanische und deutsche Verlage, darunter fünf Jahre lang beim Luchterhand Verlag. 1970 wurde er Assistent des Germanisten Hans Mayer in Hannover, 1972 folgten die Habilitation und ein Jahr später die Professur für Neuere und Neueste Literatur an der Universität in Oldenburg. 1979 erhielt Promies einen Ruf als ordentlicher Professor für Literaturwissenschaft an die TH Darmstadt. Bereits seit 1977 war er Vorsitzender der Lichtenberg-Gesellschaft e. V., deren Ehrenpräsident er später wurde. Mit dem Göttinger Universalgelehrten Georg Christoph Lichtenberg beschäftige er sich ein Leben lang. So gab Promies u. a. 1964 „Lichtenberg in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten“ in der Reihe rororo-Bildmonographien heraus, die 1999 in einer fünften Auflage erschien, sowie die große Lichtenberg-Ausgabe, die er 1968 begann und 1992 abschloss. Der Roman „BrandEnde. Borbes Bericht vom Abbruch aller Beziehungen“ sowie eine Aufsatzsammlung „Reisen in Zeilen und durch den Kopf. Ansichten von der Aufklärung“ erschienen 1997. Zwei Jahre später veröffentlichte er „Lichtenbergs Hogarth“. Sein letztes Seminar an der TH Darmstadt, eine „Archäologie des Lachens“, die von der Antike bis zur Gegenwart reichen sollte, blieb unvollendet.

Lit.: Wolfgang Promies, Nachrufe und Bibliographie. In: Lichtenberg-Jahrbuch 2001, hrsg. im Auftrag der Lichtenberg-Gesellschaft, Saarbrücken 2002, S. 100-119.