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Luchtenberg, Paul

Psychologe, Pädagoge
* 03.06.1890 Burscheid
† 07.04.1973 Burscheid
Paul Luchtenberg studierte Psychologie, Philosophie und Pädagogik an den Universitäten Bonn, Münster und München, wo er 1915 zum Dr. phil. promovierte. Von 1916 bis 1923 war er als Studienrat in Remscheid-Lennep tätig und habilitierte sich 1921 an der Universität Köln. 1925 berief ihn die TH Darmstadt auf die ao. Professur für Psychologie, Systematische Pädagogik und Philosophie, 1930 wurde er zum persönlichen Ordinarius ernannt. Mit viel beachteten Publikationen machte er sich einen Namen in der Pädagogik und ihren Grenzgebieten zu anderen Disziplinen. 1931 folgte Luchtenberg einem Ruf an die TH Dresden, 1936 wurde er aus politischen Gründen seiner Ämter enthoben und aus dem Staatsdienst entlassen. NS-Zeit und Krieg überstand er als Landwirt in seiner Bergischen Heimat. Nach 1945 gehörte Luchtenberg zu den Mitbegründern der FDP, deren kulturpolitischer Sprecher er von Beginn an war, außerdem gehörte er dem Nordrhein-Westfälischen Landtag an. Als Mitglied des Deutschen Bundestags von 1950 bis 1956 widmete er sich v. a. Kultur- und Bildungsproblemen. Von 1956 bis 1958 war er Kultusminister in Nordrhein-Westfalen. Die TH Darmstadt verlieh ihm 1960 „in Anerkennung seiner Verdienste als Hochschullehrer, Schriftsteller und Politiker um die Pflege der Berufs- und Wirtschaftspädagogik sowie um die wissenschaftlichen Grundlagen der Ausbildung von Gewerbe- und Volksschullehrern“ die Würde eines Ehrensenators.

Lit.: Verzeichnis der Hochschullehrer der TH Darmstadt, Teil 1: Kurzbiographien 1836-1945, bearb. von Christa Wolf und Marianne Viefhaus, Darmstadt 1977 (Darmstädter Archivschriften 3), S. 129.