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Eumetsat
Foto: Nikolaus Heiss, Darmstadt

Die Europäische Organisation für meteorologische Satelliten (EUMETSAT) mit Sitz in DA wurde 1986 gegründet und hat heute etwa 500 Mitarbeiter. Geleitet wird die Organisation vom „Council“, dem Vertreter der nationalen Wetterdienste der 25 europäischen Mitgliedsstaaten angehören. Weitere sechs Staaten haben Kooperationsvereinbarungen getroffen. Eumetsat entwickelt, betreibt und unterhält Satelliten für die Mitgliedsstaaten und überträgt Wetterdaten in alle Welt. Daneben liefert sie Beiträge zur Klimaüberwachung und Untersuchungen von Klimaänderungen. Die Datenermittlung basiert vornehmlich auf den Satelliten des Meteosat-Systems, die als geostationäre Satelliten in ungefähr 36.000 km Höhe rund um den Äquator positioniert sind. Der erste dieser Satelliten startete 1977.

Mit den neuen Satelliten Meteosat der zweiten Generation (MSG) hat die Gesellschaft die weltweit modernsten und leistungsstärksten Beobachtungsgeräte im All. Der erste Satellit nahm im Januar 2004 den Dauerbetrieb auf, der zweite und der dritte Satellit folgten im Dezember 2005 und Anfang Juli 2012. Diese Satelliten schicken unablässig alle 15 Minuten neue Bilder zur Erde. Darüber hinaus entwickelte Eumetsat ein neues polares Satellitensystem, dessen polarumlaufende Satelliten die Erde vierzehnmal täglich in etwa 850 km Höhe umkreisen. Der erste der drei geplanten Satelliten dieses neuen Sytems startete im Oktober 2006, der zweite folgte im Mai 2012. Die polarumlaufenden Satelliten liefern zweimal pro Tag Bilder und andere Daten von der gesamten Erdoberfläche.

Verlauf des Hurricanes Isabel 2003, aufgenommen von Meteosat 8, Foto: Eumetsat

Seit Juni 2008 hat Eumetsat auch die Kontrolle über den Satelliten „Jason 2“ zur Überwachung der Meeresoberfläche. Eumetsat übernimmt die Übertragung der Bilddaten, die Erfassung von Umweltdaten und deren Übertragung, die meteorologische Auswertung der Bilddaten und ihre Archivierung. Aus den Satellitenbildern kann man z. B. Windgeschwindigkeiten, Wasseroberflächentemperaturen, die Höhe der Wolkenobergrenzen und die Feuchte der oberen Atmosphäre ermitteln. Diese Daten sind für eine zuverlässige Wettervorhersage und eine frühzeitige Warnung vor Unwettern und Orkanen unerlässlich. Neue Aufgaben und der damit verbundene Anstieg der Mitarbeiterzahl führten im Mai 2005 und im April 2011 zur Eröffnung von Erweiterungsbauten.

Lit.: Wissenschaftsstadt Darmstadt. Wissenschaft in Darmstadt, hrsg. von der TU Darmstadt, 3. Aufl., Darmstadt 2001, S. 26f.