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Sigismund, Ursula
Foto: Kathrin Hampf, Darmstadt

(geb. Oehler)
Schriftstellerin
* 09.07.1912 Danzig
† 27.03.2004 Weimar
Ursula Sigismund wuchs in Weimar auf, wo ihr Vater Max Oehler, ein Vetter von Friedrich Nietzsche, bis 1945 das Nietzsche-Archiv leitete. Die Verwandtschaft zu Friedrich Nietzsche und Elisabeth Förster-Nietzsche prägte ihre Kindheit. Sigismund heiratete früh und war jahrelang ausschließlich Hausfrau und Mutter von fünf Kindern. Erst nach der Übersiedlung aus der DDR in die Bundesrepublik (1955) begann sie, als Schriftstellerin zu arbeiten. 1963 erhielt sie den Deutschen Erzählerpreis für ihren Roman „Begrenzte Zeit“. Im selben Jahr übersiedelte Sigismund mit ihrer Familie nach DA. Hier schrieb sie Romane und Erzählungen, unter ihnen den autobiografischen Roman „Zarathustras Sippschaft“ und einen biografischen Roman über die französische Malerin Suzanne Valadon. Sie war langjährige Vorsitzende des Vereins „Literatur im Knast“, deren Mitglieder im Dieburger Gefängnis den Gefangenen Schreibtechniken beibrachten.