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Sammlung Citroen im Hessischen Landesmuseum (HLMD)
Brosche „La Princesse Lointaine“ (nach Alfons Mucha), Frankreich, um 1897, Foto: Wolfgang Fuhrmannek, Copyright Hessisches Landesmuseum Darmstadt, Sammlung Citroen

Die international bedeutende Sammlung des niederländischen Hofjuweliers Karel A. Citroen (* 12.02.1920) entstand zwischen 1952 und 1959. Begeistert vom Kunsthandwerk der Zeit um 1900 erwarb er europaweit mehrere hundert Objekte. Ab 1959 begann Citroen seine Sammlung auszustellen, u. a. in Arnheim, Rotterdam, Amsterdam, Paris und London. Mit den von ihm seit 1959 verfassten Katalogen leistete er Pionierarbeit für die Jugendstilforschung. 1962 wurde die Sammlung im HLMD gezeigt und im gleichen Jahr nahm der damalige Direktor Gerhard Bott erste Ankaufsverhandlungen auf. Er forcierte seit 1959 die Ergänzung bereits vorhandener Jugendstilbestände mit dem Ziel, die künstlerische Tradition DAs und die überregionale Bedeutung der Künstlerkolonie durch eine ständige Ausstellung zu würdigen. Im November 1963 war der Ankauf der Sammlung Citoen abgeschlossen. Mehr als 300 Objekte wurden vom Landesmuseum übernommen und bilden seither den Mittelpunkt der ständig erweiterten Jugendstilabteilung. Ein weiteres Konvolut mit über 50 Exponaten konnte von Citroen im Jahr 1965 erworben werden. Im gleichen Jahr eröffnete die neue Abteilung „Kunsthandwerk um 1900 – Jugendstil“ im HLMD, eine der frühesten Einrichtungen dieser Art in Europa. Ebenso erschien die erste Auflage des Bestandskatalogs, der zu einem internationalen Standardwerk avancierte. Die Sammlung Citoen enthält v. a. Schmuck und Silberobjekte, aber auch Gläser, Keramik, Metallarbeiten und Grafik. Zu den international publizierten Hauptwerken zählen u. a. Schmuckstücke von Fabergé, Feuillâtre, Fouquet, Gaillard, Lalique, Nienhuis, zwei Vitrinen von Philippe Wolfers, Silberarbeiten von Jan Eisenloeffel und Josef Hoffmann und die berühmte Brosche mit dem Porträt der Schauspielerin Sarah Bernhardt nach einem Plakat von Alfons Mucha. Als Besonderheit unter den kunsthandwerklichen Sammlungen des HLMD erhielten die von Citroen angekauften Objekte bei der Inventarisierung den Zusatz „C“, sodass der Bestand bis heute als Einheit erkennbar ist.

Lit.: Jugendstil. Kunst um 1900, Darmstadt 1982; Glüber, Wolfgang: Jugendstilschmuck. Der Bestand im Hessischen Landesmuseum Darmstadt, Regensburg 2011