Stadtlexikon Darmstadt

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Reichmann, Annelise

Zeichnerin, Grafikerin
* 03.01.1902 in Nieder-Jeutz/Elsass-Lothringen
† 21.11.2000 Bingen
1919 übersiedelte Annelise Reichmann mit ihrer Familie nach DA. Nach dem Studium der Kunstgeschichte und parallelem Zeichen- und Malunterricht bei Albert Hartmann an der TH Darmstadt, war sie von 1925 bis 1928 Schülerin bei dem Hanauer Maler Reinhold Ewald. 1929 schloss sich ein einjähriger Studienaufenthalt in Paris an. Nach der Ausbombung übersiedelte Reichmann nach Jugenheim an der Bergstraße. 1948 berief sie Hans Soeder an die Werkkunstschule nach Wiesbaden. Dort unterrichtete sie in den Fächern Holzschnitt und Naturzeichnen. Seit den 1960er Jahren lebte Reichmann in Bingen, ohne je ihre starke Bindung an DA zu verlieren. Geistige Konzentration und souveräne Handhabung der technisch-handwerklichen Mittel verband Reichmann zu Kunstwerken von großer Intensität und Qualität. Neben einem Holzschnittwerk, in dem sie mittelalterliche Strenge mit expressiven Elementen verknüpfte, und Landschafts- und Architektur-Aquarellen – so hielt sie das zerstörte DA, Bergstraße, Odenwald und Rheingau in zahlreichen Blättern fest – entstanden in den 1920er Jahren auch Buchillustrationen für die Gesellschaft Hessischer Bücherfreunde. Der gesamte Nachlass der Künstlerin hat seinen Platz im
Kunst Archiv DA gefunden.

Lit.: Annelise Reichmann. In Darmstadt, um Darmstadt und um Darmstadt herum. Zeichnungen, Aquarelle und Holzschnitte, Darmstadt 2005; Der Weibliche Blick. Vergessene und verschollene Künstlerinnen in Darmstadt 1880-1950, Ausstellungskatalog hrsg. von Claus K. Netuschil, Kunst Archiv Darmstadt 2013, S. 166-171.