Stadtlexikon Darmstadt

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Marstall
Blick auf Paradeplatz (heute Friedensplatz) und Marstall (Hessisches Baumanagement). Rechts vom Marstall führt heute der City-Ring vorbei, Gouache von Ernst August Schnittspahn, gemalt 1860, Schlossmuseum Darmstadt

Das ursprünglich zweigeschossige barocke Stallgebäude an der Zeughaustraße, Ecke Friedensplatz wurde 1726 von Erich Philipp Ploennies gebaut und diente zur Entlastung des unweit des Birngartens (Alexanderstraße) gelegenen Oberen Marstalls. Im Erdgeschoss waren Ställe für 38 Pferde untergebracht, im Obergeschoss und in den Mansarden befanden sich Wohnungen und Verwaltungszimmer für die Beschäftigten. Als in den 1920er Jahren nicht mehr alle Räume genutzt wurden, stellte man einen Teil des Gebäudes der von Großherzog Ernst Ludwig und Hermann Graf Keyserling gegründeten „Schule der Weisheit“ zur Verfügung. Der östliche Teil des Marstalls diente weiterhin als Großherzoglicher Hofleibstall. Nach der Kriegszerstörung wurden zwischen 1950 und 1952 die beiden Vollgeschosse wieder aufgebaut und das ehemalige Mansarddach durch ein weiteres Geschoss und ein Walmdach ersetzt. Nach dem Wiederaufbau wurde der ehemalige Marstall als Dienstgebäude des Hessischen Baumanagement (früher Staatsbauamt) genutzt und ist neben dem Langen Bäuche das einzig erhaltene Bauwerk der ersten Stadterweiterung nach Westen.

Lit.: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Hessen. Stadt Darmstadt. Hrsg. vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen in Zusammenarbeit mit dem Magistrat der Stadt Darmstadt – Denkmalschutzbehörde – Braunschweig, Wiesbaden 1994, S. 116.