Stadtlexikon Darmstadt

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Kleberger, Karl

Stadtpfarrer
* 30.03.1862 Münzenberg
† 15.06.1941 Darmstadt
Karl Kleberger, Sohn des Pfarrers Otto Kleberger, war nach dem Theologiestudium Vikar in Reiskirchen (1887-88) und Gensingen (1888-89), in Schotten 1889 bis 1892 zunächst Rektoratsverwalter und dann Mitprediger. In Groß-Umstadt versah er 1892 bis 1899 die erste lutherische Pfarrstelle. In DA leistete Kleberger von 1899 bis 1931 als Stadtpfarrer – und dann zugleich als Vorsitzender des Gesamtgemeindeverbands – intensive kirchliche Aufbauarbeit. Dabei folgte er dem Reformkonzept des Dresdener Pfarrers Emil Sulze (1832-1914) und ließ die unüberschaubar angewachsene Stadtgemeinde in fünf überschaubare Bezirksgemeinden einteilen. Für viele Aufgaben gewann er die Mitarbeit von Gemeindegliedern. So entstanden der Frauenverein, ein Kindergarten und zwei Häuser für einsam gewordene alte Männer (Heidelberger Straße 21 und Saalbaustraße 72). Kleberger gründete einen Chor der Lukasgemeinde, eine Sterbekasse und war an weiteren diakonischen Aktivitäten beteiligt. In seiner Amtszeit erfolgte eine Gesamtrenovierung der Darmstädter Stadtkirche unter Leitung des Kirchenbaumeisters Heinrich Walbe. Nach diesem Wirken waren ihm zehn Jahre des Ruhestands vergönnt.

Lit.: Jaekel, Eberhard: Chronik der Darmstädter kirchlichen Ereignisse, Darmstadt 1992, S. 86.