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GOLDWELL AG

Bis 1989 selbstständiges Unternehmen für Haarkosmetik, das Hans Erich Dotter 1948 in DA-Eberstadt gegründet hatte. Dotters Firmengründung beruhte zunächst auf der fabrikmäßigen Auswertung eines chemischen Rezepts für eine kalt anzuwendende Dauerwelle, deren Mixtur er in einem Familienbetrieb selbst herstellte und nur direkt an Friseursalons abgab. Dieses Prinzip der Direktvermarktung blieb integraler Bestandteil der Firmenphilosophie der GOLDWELL AG, auch nachdem die Firma aus ihren kleinen Anfängen rasch zu einem der führenden Unternehmen des Haarpflegesektors in Deutschland aufgestiegen war. Zu Beginn der 1970er Jahre kam eine europaweite Expansion mit ausländischen Tochterfirmen und Beteiligungen in Gang, und seit 1975 war die GOLDWELL AG schließlich eine weltweit agierende Firma mit Kooperationspartnern in Japan, Australien, Neuseeland, Südafrika und Nordamerika. Aber auch nach dieser Internationalisierung blieb das Unternehmen seinem Gründungsort Eberstadt mit Produktionsstätten an der Zerninstraße und Reuterallee treu.

Nach der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft im Jahr 1989 wurde die GOLDWELL AG von dem japanischen Non-food-Mischkonzern KAO aufgekauft, der den traditionellen Haarpflegespezialisten GOLDWELL AG in seine allgemeinere Produktpalette für Kosmetik einbettete. 1999 erfolgte eine dreigleisige Aufsplittung des Unternehmens: Die Produktion übergab man an den Lohnfertiger Reichardt, für die Logistik etablierte man ein Joint-Venture mit der Mainzer Spedition Kayser und die Firmenbereiche Forschung, Entwicklung und Schulung vereinigte man unter dem Dach der Goldwell Headquarter GmbH. Seine aktuelle Firmenstruktur erhielt das Unternehmen im Jahr 2003, als es nach dem Zukauf des US-amerikanischen Haarpflegespezialisten KMS durch den Mutterkonzern KAO zu der neuen Firmengruppe KPSS (KAO Professional Salon Services GmbH) mit Geschäftssitz in Eberstadt verschmolzen wurde. Als die Haarkosmetikfirmen in den 1980er Jahren wegen der in ihren Produkten enthaltenen Treibhausgase in den Fokus der Umweltpolitik rückten, zeigte sich das Unternehmen, das durch sein langjähriges Vorstandsmitglied Wild auch über einen direkten Kontakt zur Umweltschutzorganisation GREENPEACE verfügte, aufgeschlossen für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Umweltproblematik und stellte seine Produktion auf FCKW-freie Treibmittel um. Eine 1990/91 errichtete Kläranlage an der Pfungstädter Straße gilt in Bezug auf den Reinheitsgrad der Abwässer als weltweit vorbildlich für vergleichbare Chemieunternehmen.