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Feigel, August

Museumsdirektor
* 02.03.1880 Bensheim
† 29.01.1966 Darmstadt
Zunächst für eine Banklaufbahn vorgesehen, kam August Feigel über den Mainzer Domkapitular Friedrich Schneider (1836-1907) zum Studium der Kunstgeschichte in Berlin und Halle bei Heinrich Wölfflin (1864-1945) und Adolph Goldschmidt (1863-1944). Mehrere Romaufenthalte folgten. Er wurde am 02.03.1907 bei Goldschmidt über „Die Stiftskirche zu Wimpfen und ihr Skulpturenschmuck“ promoviert. 1907 begann Feigel als wissenschaftlicher Volontär am Großherzoglichen Museum (Hessisches Landesmuseum) in DA unter Friedrich Back. 1912 zum Kustos ernannt wurde ihm 1922 der Titel Professor verliehen. Am 01.10.1926 wurde er Leiter der Kunst- und kulturgeschichtlichen Sammlungen, 1934 Direktor des gesamten Museums einschließlich der naturhistorischen Sammlungen. Feigel gelang es, den größten Teil der Sammlungen des Museums durch Auslagerungen über den Zweiten Weltkrieg zu retten und, da nicht durch das Nazi-Regime kompromittiert, in den ersten Nachkriegsjahren nach DA zurückzuführen. Unter seiner Leitung wurden im Landesmuseum die ersten großen Sonderausstellungen durchgeführt: „Alte Kunst am Mittelrhein“ (1927), „Johann Conrad Seekatz“ (1934) und „Deutsches Glas“ (1935). Durch den Verkauf von italienischen und französischen Kunstwerken wurden zahlreiche bedeutende Kunstwerke des Mittelalters (Wormser Tafeln, Mainzer Tasseln), v. a. aber Glasmalerei für das Museum erworben. Feigel veröffentlichte wichtige Arbeiten zur Skulptur des Mittelalters und zu Matthias Grünewald. Am 01.01.1949 trat er in den Ruhestand.

Lit.: Degen, Kurt / Metz, Peter: August Feigel zum Gedächtnis. In: Kunst in Hessen und am Mittelrhein, 5, 1965 (1966), Beilage o. S.