Stadtlexikon Darmstadt

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Faselställe
Bessunger Faselstall vor dem Abriss im Juli 1929, Foto: Stadtarchiv Darmstadt

(Sprungställe) Der Name Faselstall leitet sich von dem Begriff „Fasel“ = Fortpflanzung des Geschlechts, besonders unter Tieren, ab, und bezeichnet die Ställe, in denen die Gemeinden früher die für die Zucht und Besamung bestimmten Ochsen, Eber und Ziegenböcke hielten. Faselställe gab es im Martinsviertel (für DA), in Eberstadt, Bessungen und Arheilgen. Zwei dieser Ställe sind bis heute erhalten. Der Faselstall im Martinsviertel (Arheilger Straße 45) entstand in den frühen 1870er Jahren und bestand aus dem Wohnhaus des Faselwärters, Ställen für die Zuchttiere und mehreren Nebengebäuden. Der hier neben Bock und Bulle untergebrachte Eber, der im Volksmund „Watz“ genannt wurde, gab dem Viertel den Beinamen „Watzeviertel“. Von der Gebäudegruppe des Faselstalls konnte nur eines der Stallgebäude erhalten werden. Hier stellen heute im Viertel ansässige Künstler ihre Kunstwerke aus. Den klassizistischen Eberstädter Faselstall (Schloßstraße 9) ließ die Gemeinde Eberstadt 1840 auf dem ehemaligen Reitbahngelände der Dragoner, dem heutigen Schlossplatz, errichten. Das Gebäude wurde später um das Doppelte erweitert und nach dem Zweiten Weltkrieg als Schmiede genutzt. 1967 überließ die Stadt DA den ehemaligen Faselstall dem CVJM, der ihn in Eigenhilfe restaurierte.

Lit.: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Hessen. Stadt Darmstadt. Hrsg. vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen in Zusammenarbeit mit dem Magistrat der Stadt Darmstadt – Denkmalschutzbehörde – Braunschweig, Wiesbaden 1994, S. 237, 642; Denkmalgeschützte Bauwerke in Eberstadt, S. 69.