Stadtlexikon Darmstadt

Logo Darmstadt
Esselborn, Karl (Vater)

Ingenieur
* 31.05.1852 Alzey
† 17.01.1937 Darmstadt
Aufgewachsen zunächst in Alzey, später in DA, besuchte Karl Esselborn von Herbst 1867 bis Sommer 1869 die „Technische Schule“ in DA und legte hier die Maturitätsprüfung ab. Nach Militärdienst und Teilnahme am Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 als Freiwilliger studierte er am Polytechnikum in DA vom Wintersemester 1871/72 bis einschließlich Sommersemester 1874 Ingenieurwissenschaften. Ab 14.08.1874 arbeitete er als Ingenieur bei der Königlich Württembergischen Eisenbahn-Kommission in Stuttgart, wo er vor allem mit der Berechnung und Konstruktion eiserner Bahnbrücken beschäftigt war. Im Sommer 1880 kehrte er nach DA zurück und bewarb sich um eine Lehrerstelle an der seit 1876 bestehenden Landesbaugewerkschule (Ingenieurschule für Bauwesen), die er am 15.10.1883 erhielt (Festanstellung erst zum 01.06.1889). Durch seine dienstlichen Aufgaben wurde Esselborn nach eigenen Angaben sehr beansprucht, da ihm zahlreiche Unterrichtsfächer übertragen worden waren. Später musste er den gesamten Unterricht in den eigentlichen Tiefbaufächern, d. h. in Grund-, Erd-, Straßen-, Eisenbahn-, Brücken- und Wasserbau übernehmen. Daneben war er zehn Jahre lang Mitglied der Handwerkerschulkommission des Landesgewerbevereins und musste die seiner Aufsicht unterstellten Sonntagszeichenschulen besichtigen und über jeden Besuch einen eingehenden Bericht erstellen. 1895 erhielt er den Titel „Professor“.

1904 gab Esselborn ein „Lehrbuch des Tiefbaus“ heraus, das bis 1924 acht Auflagen erreichte und dem weitere Lehrbücher (Hochbau 1908, Maschinenbau 1911, Mathematik 1920, Elektrotechnik 1924) folgten, die auch mehrere Auflagen erlebten. Die Bände „Tiefbau“ und „Hochbau“ wurden sogar ins Spanische übersetzt. 1911 verfasste er die „Geschichte der Landesbaugewerkschule“. Esselborn unternahm zahlreiche Reisen in Deutschland, der Schweiz und Italien. Er verfasste auch mehrere literarische Werke: Prosa, Gedichte und Schauspiele. 1922 erschienen seine Erinnerungen unter dem Titel „Rückblicke eines Siebzigjährigen“ (2. Aufl., Leipzig 1923). Esselborn war mit Adela Dittler aus Homburg verheiratet und der Vater von Karl Esselborn. Seine literarischen Werke sind in Auswahl verzeichnet in: Deutsches Literatur-Lexikon, Bd. 4, 1972, Sp. 538. Esselborn wurde auf dem Alten Friedhof in DA bestattet.