Stadtlexikon Darmstadt

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Biegeleben, Ludwig Freiherr von

Diplomat
* 14.01.1812 Darmstadt
† 06.08.1872 Rohitsch-Sauerbrunn/Steiermark
Im Gefolge der 1803 beschlossenen Zuweisung der kölnischen Provinz Westfalen an Hessen-Darmstadt wurde der in hessische Dienste übernommene kurkölnische Hofrat Kaspar Joseph von Biegeleben (1766-1842) zunächst Direktor der Hofkammer, dann Regierungspräsident in DA. Sohn Ludwig studierte in Gießen, trat zunächst in den hessischen Justizdienst ein und wurde 1842 Legationssekretär an der hessischen Gesandtschaft in Wien. Der befreundete Heinrich von Gagern erwirkte seine Ernennung zum Unterstaatssekretär des Äußeren im Frankfurter Reichsministerium von 1848. Als überzeugter Vertreter einer deutschen Mission des Kaiserstaats kehrte Biegeleben 1850 als Chef des deutschen Referats im Wiener Außenministerium an den Ballhausplatz zurück und wirkte dort bis 1871. Der jüngere Bruder Arnold (1822-1892) blieb im auswärtigen Ministerium in DA, vertrat das Großherzogtum seit 1861 als Gesandter am Frankfurter Bundestag und wurde 1873 als Staatsrat pensioniert. Bruder Maximilian (1813-1899) beschloss seine Laufbahn in der hessischen Finanzverwaltung 1872/73 als Präsident des Finanzministeriums. Sein gleichnamiger Sohn (1859-1945) hatte als Ministerialrat im Finanzministerium und Chef der Staatsbauverwaltung maßgeblichen Anteil am bahnbrechenden hessischen Denkmalschutzgesetz von 1901 (Denkmalschutz).

Lit.: Neue Deutsche Biographie. Hrsg. von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Bd. 2, S. 224f.