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Alte Landwehr

Die Alte Landwehr ist eine mittelalterliche Grenzanlage. Sie wurde im 14. Jahrhundert von den Grafen von Katzenelnbogen als Schutz ihrer Gemarkung errichtet und trennte das katzenelnbogische Gebiet im Norden und Osten DAs von der benachbarten Grafschaft Isenburg. Die Landwehr sollte in erster Linie die unberechtigte Ausfuhr von Holz durch die Markgenossen vereiteln und Holz- und Wilddiebstähle verhindern. Sie bestand aus einem inneren Graben mit breiter Sohle und einem nach außen gerichteten, mit undurchdringlichen Hecken („Gebück“) bepflanzten Erdwall. Das „Gebück“ verbreiterte sich im Laufe der Zeit zu einem 6-7 Meter breiten Sperrgürtel, der „Hege“ (= Schutz). Er brachte der Alten Landwehr den Namen „Heggraben“ ein. 1987 wurde ein Teil der Anlage an der Einmündung der Bornschneise in den Steinsnickelsweg wiederhergestellt. Aber auch an anderen Stellen ist die ursprünglich ca. 20 Kilometer lange Landwehr noch als Graben zu erkennen.

Lit.: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Hessen. Stadt Darmstadt. Hrsg. vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen in Zusammenarbeit mit dem Magistrat der Stadt Darmstadt – Denkmalschutzbehörde – Braunschweig, Wiesbaden 1994, S. 380; Andres, Wilhelm: Aus Darmstadts Waldvergangenheit. Mit einem Ausblick von Arnulf Rosenstock, Darmstadt 1988, S. 21-26.