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Christiansen, Hans

Maler, Grafiker
* 06.03.1866 Flensburg
† 05.01.1945 Wiesbaden
Ausgebildet zum Dekorationsmaler, engagierte sich Hans Christiansen früh im Hamburger „Volkskunst-Verein“, der für eine Reform der Gewerbekünste eintrat. 1893 besuchte er im Auftrag des Hamburger Senats die Weltausstellung in Chicago, wo er angesichts der Glaskunst Tiffanys wichtige Anregungen für seine eigene künstlerische Arbeit erhielt. Von 1895 bis 1899 verbrachte er Studienjahre in Paris, die sich prägend auf seine Malweise und dekorative Grafik auswirkten. Ab 1897 war er künstlerischer Mitarbeiter der Zeitschrift „Jugend“. Im Anschluss an seine Teilnahme an der „Darmstädter Kunst- und Gewerbeausstellung“ 1898 erfolgte Christiansens Berufung an die Künstlerkolonie. In Zusammenarbeit mit Joseph Maria Olbrich entwickelte er die Pläne für den Bau und die Einrichtung seines Wohnhauses „In Rosen“ auf der Mathildenhöhe (zerstört). Christiansens Tätigkeit erstreckte sich auf nahezu alle Gebiete der angewandten Kunst. Besondere Beachtung fanden seine Kunstverglasungen und Textilentwürfe. 1902 erklärte Christiansen seinen Austritt aus der Künstlerkolonie, blieb vorerst jedoch in DA (und in Paris) wohnen. 1911 übersiedelte er nach Wiesbaden, wo er sich fast ausschließlich der Malerei und seinen philosophischen Studien widmete. Zur Erinnerung
wurde 1973 auf der Mathildenhöhe der Christiansenweg nach ihm benannt.

Lit.: Zimmermann-Degen, Margret: Hans Christiansen, Königsstein im Taunus 1985; Hans Christiansen – Die Retrospektive. Katalog, hrsg. vom Institut Mathildenhöhe Darmstadt, Ostfildern 2014.