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Bulst, Werner SJ
Foto: Stadtarchiv Darmstadt

Kath. Theologe
* 09.10.1913 Berlin
† 20.12.1995 Darmstadt
Nach dem Abitur trat Werner Bulst 1932 in das Noviziat der Jesuiten in Mittelsteine (Schlesien) ein und studierte in Pullach, Breslau und Frankfurt Philosophie und Theologie. Mit 24 anderen Jesuiten wurde er 1942 heimlich von Bischof Albert Stohr in Mainz zum Priester geweiht; er wirkte dann bis Kriegsende als Kaplan in Berlin. 1951 promovierte er in Rom. Von 1952 bis 1963 lehrte Bulst als Professor der Theologie an der Hochschule St. Georgen in Frankfurt/Main. Als 1963 die Niederlassung der Jesuiten in DA gegründet wurde, kam Bulst als Studentenpfarrer an die TH Darmstadt, wo er 1964 bis 1976 auch einen Lehrauftrag für kath. Theologie innehatte. 1969 übernahm er die Leitung des gerade errichteten Kath. Bildungszentrums, die er bis 1981 ausübte. Von 1980 bis zu seinem Tod war er Seelsorger am Marienhospital. Bulst war ein international anerkannter Forscher des Turiner Grabtuchs, das traditionell als das Grabtuch Jesu gilt. Die Radiocarbonuntersuchung von 1988, die das Tuch ins 13./14. Jahrhundert datierte, war nach Bulst methodisch fehlerhaft; alle Indizien wiesen weiter darauf hin, dass das schwach erkennbare Abbild auf dem Tuch kein Gemälde oder Kunstwerk sei, sondern das eines Gekreuzigten aus der Zeit Jesu (Betrug am Turiner Grabtuch. Der manipulierte Carbontest, Frankfurt 1990). Bulst liegt auf dem Südfriedhof in Frankfurt/Main begraben.