Stadtlexikon Darmstadt

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Arbeiterhäuser

(Erbacher Straße 138-142) Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert setzten Diskussionen über die Verbesserung der Wohnsituation ärmerer Bevölkerungsschichten ein, die meist in engen stickigen Wohnungen in Mietskasernen (Martinsviertel) oder in heruntergekommenen Altstadthäusern lebten. Auf der „Hessischen Landesausstellung für freie und angewande Kunst“ auf der Mathildenhöhe im Jahr 1908 wurde deshalb eine Ausstellung zum Thema „Kleinwohnsiedlungen“ aufgenommen. Ziel dieser Ausstellung war die Entwicklung praktischer und preiswerter Häuser, zugeschnitten auf die Bedürfnisse von Arbeiterfamilien. Von namhaften Architekten (Ludwig Mahr, Georg Metzendorf, Joseph Maria Olbrich, Joseph Rings, Heinrich Walbe, Arthur Wienkoop) wurden am Osthang der Mathildenhöhe sechs Musterhäuser errichtet, die nach Ende der Ausstellung wieder abgebaut und als Prototypen künftiger Arbeitersiedlungen an die Standorte derjenigen Firmen versetzt werden sollten, die den Bau finanziert hatten. Lediglich die Firma Merckel nutzte den Entwurf von J. Rings als Musterhaus für Folgebauten und Georg Metzendorf wurde im Anschluss an seinen Beitrag mit dem Bau der Margarethenhöhe in Essen beauftragt. Drei der Musterhäuser (von Mahr, Metzendorf und Wienkoop) wurden nach Ausstellungsende im Auftrag der Starkenburger Molkerei in die Erbacher Straße 138-142 versetzt.

Lit.: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Hessen. Stadt Darmstadt. Hrsg. vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen in Zusammenarbeit mit dem Magistrat der Stadt Darmstadt – Denkmalschutzbehörde – Braunschweig, Wiesbaden 1994, S. 370f.; Die Darmstädter Mathildenhöhe, Architektur im Aufbruch zur Moderne, hrsg. vom Magistrat der Stadt Darmstadt, Denkmalschutz – Kulturamt, Darmstadt 1998, S. 17.