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Tierbrunnen
Foto: Stadtarchiv Darmstadt

Der Tierbrunnen befindet sich am Rand der Nieder-Ramstädter Straße vor dem Alten Friedhof am Eingang zur Friedhofsallee. Geschaffen wurde er von dem Frankfurter Bildhauer Anton Lußmann im Auftrag von Dorothea Passet, zum Gedenken an ihren verstorbenen Mann Georg. 1907 wurde er eingeweiht.

Der Brunnenaufbau besteht aus einem rechteckigen Postament, einem tief liegenden flachen Wasserbecken, zwei etwas höher liegenden Becken an beiden Seiten und einer Wasserschale, die auf dem Postament ruht. In Augenhöhe sind in einer Art Rahmen fünf Tierköpfe in die Tiefe des Steinblocks hineingearbeitet. Am Fuß des Sockels befindet sich ein Hundekopf, dessen Maul als Wasserspeier für das tiefste Becken dient. Zu beiden Seiten der Schale stehen auf dem Stein zwei Pfauenvögel. Alle Tierfiguren sind in Bronze gefertigt, Postament und Becken in Sandstein. Die beiden Becken an der Seite werden von schlichten Wasserausläufen gespeist. Die Becken sind somit auf die Tränke verschiedener Tiere abgestimmt: Das tiefste dient der Tränke der Hunde, die beiden seitlichen dienen der Tränke von Lasttieren, die Schale fungiert als Vogelbad. Absicht der Brunnengestaltung war die Mahnung zum Tierschutz. Eine Inschrift auf der linken Brunnenseite widmet den Brunnen „Dem Tierschutzverein des Großherzogtums Hessen“.

1986 wurde der Tierbrunnen als Darmstädter Kulturdenkmal eingetragen. Dank einer privaten Spende konnte der Brunnen im Jahr 2011 umfassend saniert werden.

Lit.: Kunst im öffentlichen Raum in Darmstadt 1641-1994. Hrsg. von Roland Dotzert und Klaus Wolbert. Bearb. von Emmy Hoch, Darmstadt 1994, S. 69f.