Stadtlexikon Darmstadt

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Stockhausen, Georg Konrad

Reformbeamter
* 12.06.1749 Kirtorf
† 01.08.1803 Gernsheim
Georg Konrad Stockhausens Onkel Johann Christoph Stockhausen war Rektor des Darmstädter Pädagogs. Vater Johann Friedrich Stockhausen, Pfarrer in Oberhessen, war jedoch einverstanden, dass der Sohn von dem in Gießen begonnenen Theologiestudium zur Jurisprudenz nach Leipzig wechselte und über deren Verbindung zu den ökonomisch-politischen Wissenschaften promovierte. In DA gehörte der junge Assessor, der durch seine Ehe mit der Tochter des Geheimen Rats Miltenberger in der Residenz Fuß fasste, zu den von Präsident Friedrich Carl Moser geförderten Reformbeamten. Er bemühte sich, allerdings vergeblich, um den Ausbau der im Ried bei Griesheim gefunden Torflager, wirkte an der Modernisierung der Hohen Samthospitäler mit, zu denen auch das spätere Philipps-Hospital in Hofheim gehörte, und verfasste als Kommissar für die Landjudenschaft 1784 eine richtungweisende Denkschrift für eine „Hauptreformation der Juden und ihrer Einrichtungen“, die zugleich „die Ausrottung der Vorurteile“ forderte. Stockhausen war erster „Kommissar“ der 1788 in DA gegründeten „Clubgesellschaft“, der alle führenden Köpfe der Residenz angehörten. Als es im Hanau-Lichtenberger Gebiet am Oberrhein von der Französischen Revolution ausgelöste Unruhen gab, schickte man Stockhausen, der inzwischen selbst Geheimer Rat war und kurz vor Lebensende noch Kommissar für die 1803 mit dem Reichsdeputationshauptschluss angefallenen geistlichen Gebiete wurde. Heute erinnert der Stockhausenweg in Eberstadt an ihn.

Lit.: Gunzert, Walter: Georg Konrad Stockhausen – ein hessischer Staatsmann. In: Darmstädter Tagblatt 31.1.1965.