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Stein-Fichte-Schule

Privatschule, die nach den Grundsätzen des Reformpädagogen Johannes Langermann (1848-1929) eingerichtet wurde. Sie bestand in DA von 1915-19 (obwohl im Adressbuch noch bis 1921 verzeichnet) unter der Adresse „Im Geißensee 11“. Langermann hatte 1902-06 in Wuppertal-Barmen an einer „Hilfsschule für Schwachbefähigte“ ein Konzept der Handlungsorientierung entwickelt, das den Schülern größtmögliche Entfaltung und Selbstständigkeit erlauben sollte. Unter Berufung auf den Freiherrn vom Stein und den Philosophen Johann G. Fichte sollte die Schule als „Erziehungsstaat“ sich selbst organisieren. Kern der Schule war der Schulgarten, Ziel das Bestehen der Aufnahmeprüfung für die Obersekunda einer Oberrealschule (Mittlere Reife). Die Schule wurde anfangs von 44 Schülern besucht, deren Zahl bis auf 20 herabsank. Getragen wurde die Schule von dem „Verein Stein-Fichte-Schule“ (1919-1924).

Lit.: Langermann, Johannes: Ziele und Grundlinien des Erziehungsstaates Stein-Fichte-Schule zu Darmstadt. Eröffnet 19. April 1915, Darmstadt 1915; Langermann, Johannes: Steins politisch-pädagogisches Testament: Volksgesundung durch Erziehung, Berlin-Zehlendorf 1910, (1917: 12. Aufl.); Ahrens, Birgit: Leben und Werk des Pädagogen Johannes Langermann (1848-1929), Diplomarbeit Gesamthochschule Wuppertal 2000.