Stadtlexikon Darmstadt

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Löwenstern, Christian Ludwig von

Maler
* 12.08.1701 Stuttgart (am 12.08. zuhause getauft)
† 15.11.1754 Darmstadt
Als Sohn des württembergischen Verwaltungsjuristen Friedrich Gottlieb Freiherr von Löwenstern und der Louisa Gottliebe, geb. von Remchingen, wuchs er in Stuttgart auf. Um 1717 wurde der Vater als Regierungs- und Konsistorialrat an den Darmstädter Hof berufen. Christian Ludwig immatrikulierte sich am 30.9.1720 an der Universität Gießen und ging nach Abschluss seines Jurastudiums auf Reisen. 1725 stellte Landgraf Ernst Ludwig ihn als Regierungsassessor ein und ernannte ihn 1727 zum Hofjunker. Löwenstern interessierte sich kaum für diese Geschäfte, sondern musizierte, dichtete, philosophierte und malte. 1739, nach dem Tod des vermögenden Vaters, konzentrierte er sich ganz auf die Malerei, insbesondere auf Darstellungen von Reiterschlachten, die ihm wegen der Nähe zu Schlachtenbildern des Augsburger Malers Georg Philipp Rugendas d. Ä. den Beinamen „Hessischer Rugendas“ einbrachten. Von 1744 an zog er sich aus „hypochondrischer Ängstlichkeit“ aus der Öffentlichkeit zurück. Gelegentlich arbeitete er mit seinem Freund Johann Christian Fiedler zusammen, der sein von Johann Jacob Haid gestochenes Bildnis malte. Löwensterns Werke sind meist schnell und flüchtig ausgeführt, was auch mit dem Schaffensdrang dieses genialischen Malerdilettanten erklärt werden kann, der in der kurzen Zeit seines Wirkens äußerst produktiv war. Werke sind in den Darmstädter Sammlungen und im Kunsthandel nachgewiesen, die Graphische Sammlung des Hessischen Landesmuseums DA besitzt Zeichnungen. In DA erinnert der Löwensternweg im Komponistenviertel an ihn.

Lit.: Hardenberg, Kuno Ferdinand von: Herkunft, Leben und Wirken des Johann Christian Fiedler, Darmstadt 1919, S. 35-37; Ludwig, Heidrun: Die Gemälde des 18. Jahrhunderts im Hessischen Landesmuseum Darmstadt, Eurasburg 1997, S. 115-119. Freundliche Mitteilung Brigitta Häberer, Landeskirchliches Archiv Stuttgart.