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Flotow, Friedrich von
Friedrich von Flotow und seine Familie in Darmstadt, Foto: Stadtarchiv Darmstadt

Komponist
* 27.04.1812 Teutendorf/Mecklenburg
† 24.01.1883 Darmstadt
Der Sohn eines Offiziers und Gutsbesitzers sollte ursprünglich Diplomat werden, wandte sich aber der Musik zu. Ab 1831 lebte Friedrich von Flotow in Paris, wirkte 1855 bis 1863 als Intendant am Hoftheater in Schwerin, ging danach zurück nach Paris und war ab 1868 auf einem Rittergut in Niederösterreich ansässig. Von seinen zahlreichen Werken setzten sich dauerhaft nur die beiden Opern „Alessandro Stradella“ (Uraufführung Hamburg 1844, DA 1845) und „Martha“ (Uraufführung Wien 1847, DA 1849) durch. Seine letzten Lebensjahre verbrachte Flotow in DA. 1880 nahm er seinen Wohnsitz im Hause seiner Schwester Bernhardine Rößner (1811-1883), heute Dieburger Straße 235. Hier entstanden letzte Kompositionen, u. a. die Oper „Sakuntala“. Beeinträchtigt durch ein Augenleiden, konnte er am Darmstädter Musikleben nur bedingt teilnehmen. Dem Darmstädter Männergesangverein widmete er 1882 eine Messe; zuletzt trat Flotow am 15.01.1883 in einem Konzert zusammen mit seiner Gattin Rosa, die als Gesangssolistin einige seiner Lieder darbot, auf. Seine letzte Ruhestätte auf dem Alten Friedhof mit dem Grabmal von Benedikt König steht unter Denkmalschutz. Das 1955 gegründete und von der Familie Flotows unterstützte private Flotow-Archiv in DA widmet sich der Sammlung von Dokumenten zu Leben und Werk. Die Flotowstraße im Komponistenviertel wurde nach ihm benannt.

Lit.: Schweitzer, Philipp: Musikleben im 19. Jahrhundert, Darmstadt 1975, S. 113-120; Kaiser, Fritz / Didion, Robert: Artikel Flotow. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart. 2., neu bearb. Ausgabe. Personenteil, hrsg. von Ludwig Finscher, bisher 14 Bde., Kassel 1999-2005, Personenteil 6, Sp. 1360-1368; Darmstädter Ehrengräber, Darmstadt 2016 (Darmstädter Schriften 105), S. 62-64.