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Familienzentrum

– Familienbildung. 1929 begann Ilse Block, Jugendleiterin und Lehrkraft an der Alice-Eleonoren-Schule, in ihrer Privatwohnung Kurse für Frauen in Säuglingspflege und zu Erziehungsfragen anzubieten. Diese „Mütterschule“ wurde 1930 bei dem „Aliceverein für Frauenbildung und Erwerb“ eingegliedert. Zu dem Verein gehörten u. a. das Kindergärtnerinnen- und das Fürsorgerinnenseminar. Nach Auflösung des Alicevereins (Alice-Frauenvereine) 1934 wurde die Mütterschule dem Reichsmütterdienst unterstellt und durch hauswirtschaftliche und kreative Angebote erweitert. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann Ilse Block wieder neu mit Kursen in Säuglingspflege und Erziehungsfragen, dieses Mal unter dem Dach der Alice-Eleonoren-Schule (Berufliches Schulwesen). Durch Umstrukturierung der Zuständigkeiten in der Verwaltung 1958 wurde die Mütterschule als eigenständige Institution dem städtischen Jugend- und Sozialdezernat unterstellt. Der Ausbau erfolgte ab 1960 mit der Stelle für die erste hauptamtliche Kraft der Mütterschule, mit der Erhöhung des Personaletats für Honorarkräfte und mit einem eigenen Haus für die Kursangebote 1965. Erweitert wurde die Mütterschule im Laufe der Jahre durch zusätzliche Räume für Angebote in den einzelnen Stadtteilen und letztlich mit der Umbenennung in Familien-Bildungsstätte 1979.

Die wahrgenommenen Kurse und Veranstaltungen richteten sich zunächst überwiegend an Frauen, Mütter und Mädchen, ab den 1970er Jahren zunehmend auch an Männer (Väter) und an Eltern gemeinsam mit ihren Kindern. Ziel der verschiedenen Angebote war es zu informieren, zu unterstützen, zu aktivieren, vorzubeugen und Familien in ihren unterschiedlichen Lebensumfeldern, Lebensformen und Lebensphasen zu begleiten. Deshalb wurden immer neue Angebote, neue Methoden für neue oder erweiterte Zielgruppen notwendig. Heute hat das Familienzentrum seine Hauptstelle in der Frankfurterstraße 71 und Außenstellen in den Stadtteilen Arheilgen, Eberstadt, Kranichstein und Wixhausen. Seine Angebote orientieren sich an Lebensphasen und Lebenslagen; dies mit präventiver Zielsetzung. Es begleitet und unterstützt Familien von der Schwangerschaft bis zum Erwachsenwerden ihrer Kinder. Insbesondere für Eltern mit Kindern von null bis drei Jahren schließt das Familienzentrum eine Bedarfslücke mit seinen Angeboten, z. B. mit PEKiP-Gruppen, Hören-Sehen-Fühlen-Gruppen und Eltern-Kind-Gruppen. Die pädagogischen Bildungskonzepte werden nach den Bedürfnissen der Teilnehmenden ausgerichtet und ressourcenorientiert auf Lebenssituationen und Problemlagen hin angeboten. Ziel des Familienzentrum ist, alle Bevölkerungsschichten anzusprechen. Somit richtet sich Familienbildungsarbeit auch an gesellschaftlichen Entwicklungen aus. Durch eine systematische Qualitätssicherung und -entwicklung wird der Standard der Arbeit erhalten und weiter entwickelt. 2005 wurde die Familien-Bildungsstätte mit der Erziehungsberatungsstelle zum „Familienzentrum“ vereinigt.