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Akaflieg

(Akademische Fliegergruppe Darmstadt e. V.) Ende 1920 trafen sich ehemalige Kriegsflieger an der THD (TU Darmstadt) und gründeten am 19.01.1921 zum Zweck der „Forschung und wissenschaftlichen Arbeit auf dem Gebiet des Flugwesens“ die „Akademische Fliegergruppe“. Geflogen wurde in Babenhausen und DA, heute in Heppenheim. 1944 wurden Werkstatt und Konstruktionsbüro in der Magdalenenstraße zerstört. Die Gruppe ging nach Prien und startete einen Neuanfang in DA am 09.05.1951. Einige der 43 Prototypen brachten als Vorreiter mit zukunftsweisenden Merkmalen weltweites Ansehen – die so genannte „Darmstädter Schule“: die berühmte D-15 „Westpreußen“ 1926, die leichte D-28 „Windspiel“ 1933, die D-40 1986 (variable Flügelgeometrie, Taschenmesserflügel), der nicht gebaute Solar-Motorsegler D-42 „icaré 2“, letztes gebautes Segelflugzeug D-43 „Fuchur“ (Side-by-Side-Schulungsdoppelsitzer). Vergleichsflüge wie 1943 zwischen „Horten IV“ und D-30 „Cirrus“ bestätigten die ausgezeichnete Konstruktion. Bekannte Akaflieger (Hermann Hofmann, Fritz Hoppe, Rudolf Spiess, Otto Fuchs, Hans Osann, Bernhard Flinsch, Gerhard Waibel, Klaus Holighaus, Wolf Lemke, Wilhelm Dirks) leisteten wertvolle Entwicklungsarbeit im Flugzeugbau für Faserverbundwerkstoffe, Berechnungen und Messungen; ein vielversprechendes Projekt ist seit 1997 das Pilotenrettungssystem „SOTEIRA“. Die Erprobung des Flugzeugschlepps, zehn Weltrekorde im Segelflug, drei im Motorflug, Siege in Rhön-Segelflugwettbewerben, Alpenüberquerungen und Expeditionen ins Ausland zeichnen die Gruppe aus.

Lit.: Zacher, Hans: Studenten forschen, bauen und fliegen, Frankfurt/Main 1981; Hinz, Karl-Heinz (bearbeitet von Ursula Eckstein): Mein Leben in der Fliegerei ? Jugendtraum und Wirklichkeit, Verein der Ehemaligen der Akaflieg Darmstadt e. V., Darmstadt 2007.