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John-F.-Kennedy-Haus
Foto: Stadtarchiv Darmstadt

Das heutige John-F.-Kennedy-Haus wurde 1951 nach Plänen des Darmstädter Oberbaudirektors Peter Grund an der Ecke Rheinstraße/Kasinostraße errichtet. Das fünfstöckige Gebäude nimmt Stilelemente der 1930er und 1940er Jahre wieder auf, zeigt aber auch Anklänge an die Moderne. Einziger Fassadenschmuck neben der Sonnenuhr sind die sieben Köpfe unter dem First an der Südfassade. Sie wurden vermutlich von sieben Künstlern unter Anleitung des Darmstädter Bildhauers Fritz Schwarzbeck geschaffen. Ursprünglich wurde das Gebäude als US-Residence-Office, als amerikanisches Kreisamt, genutzt, diente seit 1953 als Amerikahaus und war seit 1955 das erste Deutsch-Amerikanische Institut Deutschlands, in dem sich die Darmstädter über Kultur, Gesellschaft und Politik der USA informieren konnten. Nach der Ermordung John F. Kennedys 1963 wurde das Amerikahaus 1965 in John-F.-Kennedy-Haus umbenannt. Bei einem Umbau im Jahr 1966 entstanden neue Räume für das Schuldezernat und das Sport- und Kulturamt. Mit dem Auszug der Behörden in den Jahren 1988/89 und dem Ende des Deutsch-Amerikanischen Instituts wurde das John-F.-Kennedy-Haus 1995 zum Literaturhaus umgenutzt. Heute finden hier u.a. Lesungen und Ausstellungen statt; Textwerkstatt, Alexander-Haas-Bibliothek, Luise-Büchner-Bibliothek, Kunst Archiv DA, Goethe-Gesellschaft, Elisabeth-Langgässer-Gesellschaft, Foto-Club und viele weitere Vereine haben hier ihr neues Domizil gefunden.

Lit.: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Hessen. Stadt Darmstadt. Hrsg. vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen in Zusammenarbeit mit dem Magistrat der Stadt Darmstadt – Denkmalschutzbehörde – Braunschweig, Wiesbaden 1994, S. 135; Schneider, Gesine: Rheinstraße und Luisenplatz. Von der barocken Vorstadt zur modernen Stadtmitte, Darmstadt 2000 (Denkmalschutz in Darmstadt, Heft 7), S. 87f.