Stadtlexikon Darmstadt

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Altstadtmuseum Hinkelsturm

Es ist das kleinste Museum DAs, vermag aber seit Eröffnung am 31.05.1997 einen regeren Besuch als das Deutsche Museum in München vorzuweisen, gerechnet auf den Quadratmeter. Noch im Jahr der Eröffnung wurde der Bau mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis ausgezeichnet, dem ersten in DA überhaupt. Träger ist der Freundeskreis Stadtmuseum Darmstadt e. V., gegründet am 06.06.1989 von Carlo Schneider. Ihm als 2. Vorsitzenden zur Seite stand Wolfgang Martin (*1947) als 1. Vorsitzender; der er immer noch ist. Für sein ehrenamtliches Engagement erhielt er inzwischen das Bundesverdienstkreuz, den Hessischen Verdienstorden und die Bronzene Verdienstmedaille der Stadt DA. Der Freundeskreis wehrte sich dagegen, dass mit dem Stadtmuseum (1935-1944) im zerbombten Pädagog die Traditionspflege untergegangen sein sollte. Zwei Ausstellungen des Vereins im Justus-Liebig-Haus – 1991 „Datterichs Quartier. Die Darmstädter Altstadt“ und 1993 „Alltag in Darmstadt 1850.1900.1950.“ – bewiesen dies. Im März 1991 veranstaltete man das erste und bisher einzige Darmstädter Datterich-Gespräch mit Fritz Deppert, Eckhart G. Franz, Thomas Roether, Robert Stromberger und Renate Wingler (1931-2011). Das 100-jährige Bestehen des Autohauses Wiest (mit der Verleihung der Silbernen Verdienstplakette der Stadt DA) war Anlass für eine große Investition: Ekkehard Wiest, Schatzmeister des Freundeskreises, konnte seine Gesellschafter davon überzeugen, fünf Jahre lang je 50.000 DM für die städtische Kultur zu spenden. Die Sparkassenstiftung gab 200.000 DM und der Bauverein 50.000 DM dazu. Weitere Spender, vor allem der Rotary-Club DA, traten bei. So konnte (samt Eigenleistung) 1 Million DM investiert werden – dies ohne städtische Mittel (abgesehen von der Leistung von Christiane Geelhaar vom städtischen Hochbauamt, die dafür eine Auszeichnung für gute Architektur in Hessen erhielt). Im Juli 1994 erfolgte der erste Spatenstich für das Museum. Allerdings musste zunächst der Raum zwischen den Stadtmauern an der Lindenhofstraße von einer übermannshohen Trümmerschuttlage geräumt werden. Dies geschah von Hand durch die Mitglieder, unterstützt von einem Radlader. „Hands on!“ war dabei das Motto der Rotarier, die viele Samstage mitarbeiteten. Zur Eröffnung konnte das vollendete Altstadtmodell von Christian Häussler vorgestellt werden, der zuvor schon vier Relieftafeln (Altstadt um 1850) gestaltet hatte, die vor dem Museum in die Lindenhofstraße eingelegt worden sind. 2003 wurde mit der Ausstellung „Justus Liebig und Darmstadt“ des größten Sohnes der Stadt gedacht.

Die knapp 100 Mitglieder des Freundeskreises Stadtmuseum erarbeiten in Eigenregie Ausstellungen, sammeln Spenden und führen sachkundig die Besucher im Turmmuseum. Dargestellt wird auf drei Stockwerken das Leben in der Altstadt, von der nur noch der Gasthof Goldene Krone steht. Niemand wollte sich sonst derjenigen Darmstädter annehmen, nach denen Ernst Elias Niebergall seine Typen im Datterich gestaltet hat. Sie sollten nicht vergessen gehen. Hinkelsturmbeauftragte ist nach Wolfgang Dintelmann († 2001) Ilse Laumann.