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Thaler, Karl

Oberforstrat
* 17.10.1842 Grünberg
† 13.04.1930 Darmstadt
Als begabter Schüler erhielt Karl Thaler bereits mit 17 Jahren das Zeugnis der Reife am Gymnasium zu Büdingen. Anschließend studierte der von Kindesbeinen an naturverliebte Thaler Forstwissenschaft in Gießen. Nach Fakultäts- und Staatsexamen wurde er schon mit 27 Jahren zum Oberförster der Oberförsterei Konradsdorf bei Ortenberg berufen. Dort unternahm er mit der Anlage eines Forstwegenetzes, der Einleitung der Nutzholzwirtschaft, mit Aufforstung und Entwässerung sowie mit der Neuanlage von Obstbaumbeständen viele erfolgreiche Anstrengungen zur Verbesserung der Forstnutzung sowie des Hofguts Konradsdorf. Aufgrund seiner verdienstvollen Tätigkeiten wurde Thaler 1884 als Inspektionsbeamter zum Forstamt Gießen, ab 1895 zum Forstamt DA versetzt. 1897 schließlich erhielt er die Berufung in die Darmstädter Ministerial-Forstabteilung und gehörte dieser als Oberforstrat, später als Geheimer Oberforstrat bis zum Jahr 1908 an. Als Forsteinrichtungsreferent arbeitete er u. a. eine Anleitung zur Ausführung von Forsteinrichtungsarbeiten aus, die rasch vielfache, auch überregionale Verwendung und Anerkennung fand. Seine Verdienste lagen unter anderem in der Einführung von Pflugkulturen, dem Anbau von Eichenjungbeständen, der Anzucht von Pappeln aus Samen, der Anlage einer 15 Kilometer langen Holztransportbahn sowie der Anlage des Kurparks in Bad Nauheim samt daran anschließenden Rundfahrten im angrenzenden Wald. Thalers Wirken im Forstdienst war bahnbrechend, und er galt bis zu seinem Tode als Nestor der hessischen Forstleute. Die Universität Gießen ernannte ihn in Würdigung seiner Verdienste um Wissenschaft und Wirtschaft zum Dr. h.c.