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Motorrennsport
Das Team Rau/Scheld beim Rennen an der Bergstraße 1923 mit HAG-Rennwagen, Bergprüfung Seeheimer Stich, Foto: Automobilhist. Archiv W. Schollenberger, Ober-Ramstadt

Als die ersten deutschen Automobilrennen von internationaler Bedeutung gelten der „Gordon Bennett Cup“ am 17.06.1904 und das „Kaiserpreis-Rennen“ am 14.06.1907 im Taunus (Start an der Saalburg). Das Zentrum des Motorrennsports in der Rhein-Main-Region war zwischen 1920 und 1927 die Opel-Rennbahn in Rüsselsheim. Bei Motorrad- und Automobilwettbewerben versammelten sich bis zu 50.000 Zuschauer an dem Betonoval (1,5 km Streckenlänge)! Auch die ADAC Kleinautorennen und 24 Stundenfahrten im Taunus lockten 1924 und 1925 die Zuschauermassen an (Mitorganisator war der Hessische Automobil-Club (HAC) aus DA). In DA und Umgebung wurden ebenfalls solche Wettbewerbe ausgetragen: An den am 24.06.1923 und 06.07.1924 vom HAC veranstalteten „Flach- und Bergrennen an der Bergstraße“ zwischen Eberstadt und Bickenbach, Seeheim-Jugenheim und Ober-Beerbach, beteiligten sich jeweils mehr als 100 Automobile und Motorräder. Die Teilnehmer reisten aus ganz Deutschland an. In DA gab es in den 1920er Jahren einige kleinere Rennveranstaltungen. Wettbewerbe wie zum Beispiel „Rund um Kranichstein“ oder „Rund um die Rosenhöhe“ (Juni 1924) waren anscheinend ausschließlich für Motorräder ausgeschrieben, organisiert vom Hessischen Motorsport Club aus DA (Motorrad Club DA). Hier ist zu vermuten, dass es sich um Konkurrenzen von nur lokaler Bedeutung handelte. Eine überregionale Größe hatten die zwischen 1920 und 1927 durchgeführten „Krähbergrennen“, die ebenfalls der HAC organisierte. Als Bergrennen ausgeschrieben, fand der Start in Hetzbach im Odenwald statt und führte über eine 3,8 km lange Strecke zum Ziel am Reussenkreuz (in den 1960er und 1970er Jahren erfolgte eine Neuauflage dieser Veranstaltung mit Start in Schöllenbach). Nach dem Krieg wurde das von 1948 bis 1955 jährlich vom Motorsport Club DA (MCD, gegründet 20.01.1948, Erster Vorsitzender Gustav A. Petermann) durchgeführte „Dieburger Dreiecksrennen“, eine Veranstaltung mit internationaler Besetzung. Dieses Motorradrennen (1949 auch Kleinstrennwagen und 1952 Sportwagen bis 1,1 Liter Hubraum) erlangte in Zuschauer- und Rennsportkreisen legendären Ruf.

Lit.: Lange, Thomas: „…mit dem Auto zu reisen ist eine große Kunst“. In: Reisebilder aus Hessen (Schriften zur Hessischen Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte 5), Darmstadt 2001, S. 163-176; Schollenberger, Werner: Hessen – auch in Ober-Ramstadt vergessen. In: 75 Jahre Röhr Auto AG, 2002; Ders.: Automobile in den 30er Jahren, Freiburg 2013.