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Mackedanz, Hubert

Schriftsteller
* 09.04.1920 Köln
04.06.1994 Darmstadt
Hubert Mackedanz, der während des Zweiten Weltkriegs als Sanitäter diente, lebte nach seiner Heirat mit Frau und drei Kindern bis 1956 in Groß-Gerau und anschließend in DA. Seit 1954 arbeitete er als Krankenpfleger im Klinikum DA und ging wegen schwerer Krankheit 1976 vorzeitig in den Ruhestand, wo er bis zu seinem Tod (Grab auf dem Waldfriedhof) schriftstellerisch tätig war. Als zehntes Kind eines arbeitslos gewordenen Brunnenbauers hat er Armut und soziale Verelendung sowie den beginnenden Nationalsozialismus erlebt und in den autobiografischen „Aufzeichnungen eines ehemaligen Wehrpflichtigen“ („Zuletzt nach Manching“, 1980) festgehalten. Auch der „Roman um eine Frauenklinik“ („Der Flursegler“, 1978) ist durch die Hauptfigur Hugo Magy, das „alter ego“ von Mackedanz, stark autobiografisch gefärbt. Dieses Buch ist auch wegen des Darmstädter Lokalkolorits von Interesse. Weiter verfasste Mackedanz die Erzählungen „Lisbeth. Versuch einer Reue“ (1984), „Die Treppe“ (1986) und „Warum denn Judas?“ (1990). In den Bänden „Kleingeschriebenes“ (1975), „Stückgut“ (1975), „Auf dem Wege zur Vernunft gibt’s kein Gedränge“ (1979) und „Ich gehe leise …“ (1991) sind kurze Prosa, Lyrik und Texte in aphoristischer Zuspitzung enthalten. Mackedanz „suchte den genauen Ausdruck, wie der Aphorismus und der Gedankensplitter ihn erfordern, und feilte an seiner Erzählsprache, um Menschen in ihrer Not seine Anteilnahme verständlich zu machen und die rauhe Wirklichkeit dabei nicht zu verlieblichen“ (Margarete Dierks).

Lit.: Dierks, Margarete: Dichter der Menschlichkeit. Zum 65. Geburtsdtag von Hubert Mackedanz. In: Darmstädter Tagblatt, Ostern 1985; Schmitt, W. Christian: Aus der Literaturwerkstatt, z. B. Hubert Mackedanz. In: Darmstädter Echo, 08.08.1987.