Stadtlexikon Darmstadt

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Leuschner, Elisabeth

(geb. Batz)
* 22.04.1885 Mainz-Weisenau
† 09.10.1971 Darmstadt
Elisabeth Leuschner kam nach dem frühen Tod des Vaters mit Mutter und vier Geschwistern nach DA, wo sie nach dem Besuch der Bessunger Mädchenschule und einer Lehre einige Jahre als Weißnäherin arbeitete. Im September 1911 heiratete sie Wilhelm Leuschner und trat 1918 in die SPD ein. Bis 1933 unterstützte Leuschner ihren Mann bei seiner politischen Karriere und war daneben ehrenamtlich in der Arbeiterwohlfahrt tätig. 1933 siedelte sie nach Berlin über und hatte große Probleme, ihre Familie während der Haft ihres Mannes zu ernähren. Nach dem Attentat auf Adolf Hitler am 20.07.1944 wurde Leuschner verhaftet und, weil sie den Aufenthaltsort ihres Mannes nicht verriet, ins Gefängnis Moabit und anschließend in das Konzentrationslager Ravensbrück gebracht. Erst nach der Hinrichtung Wilhelm Leuschners wurde sie entlassen und stand erneut vor einer vernichteten Existenz, weil das Vermögen der Familie beschlagnahmt worden war. 1945 kehrte Leuschner nach DA zurück, wo sie ihren Sohn Wilhelm, der beim Bundesvorstand des DGB arbeitete, unterstützte. Ihren Lebensabend verbrachte Leuschner in ihrer Wohnung in der Heinrichstraße 101. Am 20.04.1966 wurde ihr die Wilhelm-Leuschner-Medaille verliehen.

Lit.: Im Dienste der Demokratie. Die Trägerinnen und Träger der Wilhelm-Leuschner-Medaille, hrsg. von der Hessischen Staatskanzlei, Wiesbaden 2004, S. 49f.