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Königer, Julius
Stadtarchiv Darmstadt

Offizier, Schriftsteller
* 21.05.1820 Gießen
† 13.07.1866 Frohnhofen
Die Offizierslaufbahn war vorgezeichnet. Vater Friedrich Königer, bei der Geburt des Sohnes Major in Gießen, war seit 1829 Oberst und Kommandeur des Großherzoglich Hessischen Leibregiments (Leibgarde) in Worms, in dem auch der Sohn seine Laufbahn begann. 1842 kam er als Leutnant zum 2. Infanterie-Regiment nach DA. Der Einsatz gegen die Aufständischen in Baden 1848/49 (Revolution 1848/49) ließ ihn an seinem Beruf zweifeln, sodass er die Auswanderung nach Amerika erwog. Er fand Anschluss an einen Darmstädter Freundeskreis, der sich aktiv für die ev. Erweckungsbewegung einsetzte. Angeregt von Adolf Spieß erreichte Königer die Einführung des Turnens in der hessischen Armee. Mit dem Freund Ludwig Wilhelm von Ploennies schrieb er seit 1859 in der in DA verlegten „Allgemeinen Militärzeitung“. Mit zwei Büchern über die so genannten Freiheitskriege 1813/15 qualifizierte er sich als Dozent für Kriegsgeschichte an der Darmstädter Militärschule. Im hessischen Offizierkorps galt Hauptmann Königer als einer der wenigen Befürworter einer nationalen Einigung unter preußischer Führung. So war es Ironie des Schicksals, dass gerade er 1866 als Führer seiner Kompanie im Gefecht von Frohnhofen gegen die Preußen fallen musste.

Lit.: Königer, Julius: Der Krieg von 1815 und die Verträge von Wien und Paris, Nachdruck der Originalausgabe von 1865, 2013.