Stadtlexikon Darmstadt

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Kameytski von Elstibors, Christian Eberhard von

Staatsmann
* 15.10.1671 Ansbach
† 04.08.1726 Darmstadt
Der aus ursprünglich polnisch-galizischem Adel stammende Vater war markgräflicher Rat in Ansbach. Der Sohn kam wohl durch seine Ehe mit Elisabeth Dorothea von Gemmingen (1684-1726), der Tochter des langjährigen Darmstädter Regierungschefs Weiprecht von Gemmingen, an den Landgrafenhof, wo er ab 1700 als Rat und Kammerjunker belegt ist. Er avancierte zum Geheimen Rat und Vizekanzler mit Zuständigkeit für weite Bereiche der Landesverwaltung, sodass man ihn heimlich als „Vizelandgraf“ bezeichnete. 1708 kaufte Kameytski seinem immer geldbedürftigen Fürsten für immerhin 38.000 Gulden das bis dahin als Dienstwohnung für den Ratspräsidenten genutzte Haus an der Markt-Ecke zur Ludwigstraße ab (Palais). Der zugehörige Garten wurde, nachdem Kameytski den von Schwiegervater Gemmingen übernommenen Lustgarten in Bessungen für den Bau der landgräflichen Orangerie zur Verfügung gestellt hatte, bis an die Stadtmauer parkartig erweitert und ebenfalls durch einen von De la Fosse errichteten Orangeriebau geschmückt, der Aufsehen erregte. Das palaisartige Anwesen fiel nach Kameytskis Tod an den Hof zurück und war zeitweilig Wohnsitz des Erbprinzen (Ludwig VIII.). Die Familie Kameytski ist 1758 erloschen.