Stadtlexikon Darmstadt

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Bessunger Turnhalle
Einweihung der Bessunger Turnhalle, 1900, Foto: Stadtarchiv Darmstadt

Die Bessunger Turnhalle wurde von der TG 1865 Bessungen, die ihre Übungsstunden bis dahin im Freien, in den Sälen Bessunger Gaststätten oder seit 1878 in der Turnhalle der Bessunger Knabenschule abgehalten hatte, in den Jahren 1899 und 1900 an der Heidelberger Straße nach Entwürfen des Architekten Reinhard Has errichtet. Im Zweiten Weltkrieg wurde die „Hall“ zerstört und 1949 bis 1953 in mehreren Abschnitten von Mitgliedern der drei Bessunger Vereine TG Bessungen, Karnevalsverein 1905 und Gesangsverein Einigkeit unter Mithilfe der Stadtverwaltung nach einem Entwurf von Oberbaudirektor Peter Grund wieder aufgebaut; die feierliche Einweihung fand am 14.11.1953 statt. Das Gebäude umfasste einen großen und einen kleinen Saal, Gaststätte und Kegelbahnen und wurde erneut zum Zentrum der Bessunger Vereinstätigkeit, erlebte ungezählte Turn-, Gesangs-, Kerb- und Karnevalsveranstaltungen. 1968 kamen Wannenbäder und Duschen hinzu, die auch der Bevölkerung zur Verfügung standen, denn zu dieser Zeit verfügten etwa zwei Drittel der Bessunger Altbauwohnungen noch nicht über ein eigenes Bad. Nachdem die „Hall“ im Oktober 1994 aus brandschutzrechtlichen Gründen für nicht mehr betriebssicher erklärt wurde und der Umbau für Turnzwecke sich als undurchführbar erwies, wurde sie 1995/96 für den Theater- und Varietébetrieb umgebaut und am 01.03.1996 als Comedy Hall wieder eröffnet. Sie wird hauptsächlich vom Kikeriki Theater (s.a. Puppentheater) und seinem Chef Roland Hotz genutzt, der mit den Erwachsenenvorstellungen aus der Bessunger Straße dorthin zog. Theaterpremiere war am 04.03.1996 mit „Erwin, ein Schweineleben“. Die Bessunger Turner turnen seitdem in der Sporthalle der Lichtenbergschule.